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Versteinerte Pflanzen

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Belgien, Hauset, La Calamine

Treibhölzer mit Bohrgängen

Im Dreiländereck Belgien, Deutschland, Niederlanden, befinden sich am Rand der Kreidevorkommen der niederländischen Provinz Limburg und der Oberkreide Belgiens um die belgischen Ortschaften Hauset und Kelmis (La Calamine) Fundpunkte oberkretazischer Kieselhölzer. In heute aufgelassenen Sand- und Kiesgruben sind über Jahrzehnte große Mengen an Kieselhölzern aus den Aachener Schichten der Oberkreide (oberes Santon) geborgen worden. Pflanzenreste in Gagat-Erhaltung finden sich in den etwas älteren Hergenrather Schichten des mittleren Santon, auf die an dieser Stelle nicht eingegangen wird.

System Serie Stufe Alter  
Paläogen Paläozän Dan 61,7 - 65,5  
Kreide Oberkreide Maastricht 65,5 - 70,6  
Campan 70,6 - 83,5
Santon 83,5 - 85,8 Aachener Schichten
Coniac 85,8 - 89,3  
Turon 89,3 - 93,5  
Cenoman 93,5 - 99,6  
Unterkreide Alb 99,6 - 112  
Apt 112 - 125  
Barrême 125 - 130  
Hauterive 130 - 136  
Valangin 136 - 140  
Berrias 140 - 145  
Jura Oberjura Tithon 145 - 151  

Alle Hölzer liegen allochthon (umgelagert) vor. Kennzeichnend ist der häufige Befall der Hölzer mit Bohrmuscheln (Teredo navalis). Dieser Sachverhalt spricht für Treibhölzer mit einer längeren Verweildauer in brackigem Wasser.

Hinweise auf subtropisches Klima

H. Gottwald (2000) hat 67 Kieselhölzer holzanatomisch untersucht. Er fand überwiegend gymnosperme Arten mit starker Dominanz der Taxodiaceae (ca. 75% aller Kieselhölzer), neben wenigen Cycadaceae, Araucariaceae und Pinaceae. Eine auffällige Vielfalt angiospermer Hölzer der Familien der Cornaceae, Icacinaceae, Mastixiaceae, Monimiaceae, Nyssaceae und Platanaceae wird beschrieben. H. Knoll beschreibt 2007 den Fund einer Hermanophyton.

Aufgrund der verbreiteten Familien wird für den Wuchsort in einem küstennahen Mündungsgebiet oder an Lagunen mit Brackwasser ein subtropisches Klima mit paratropischen Tendenzen angenommen (Gottwald, 2000).

Stammstücke, Zweige und Zapfen

Kieselhölzer fanden sich in den Sand-/Kiesgruben bis ca. 1,0 m Länge und Durchmessern bis maximal 0,5 m. Mein größtes Sammlungsstück weist eine Länge von 0,5 m bei einem Durchmesser von 11 cm auf (Bild 1). Bei den meisten Fundstücken handelt es sich um Stamm- oder Astfragmente. Zweige, Zweigspitzen und Zapfen sind selten gefunden worden.

Gymnospermen-Stammfragment Gymnospermenholz mit mehreren Astabgängen und starkem Teredo-Befall

Die Farben der Kieselhölzer sind meist ein helles Braun bis helles Grau. Teredo-Bohrgänge sind bei besonders attraktiven Stücken mit blauem Calcedon oder farbigen Achaten ausgefüllt.

Gymnospermenholz mit Bohrgang

Unbestimmtes Kieselholz mit Limonitkruste, darin sehr gut erhaltene Rinde

Die Kieselhölzer von Hauset besitzen sehr häufig dunkelbraune Limonitkrusten, die bei den Fundstücken von Kelmis fehlen.

Zweigspitze eines Gymnospermenholzes mit dünner Limonitkruste Gymnospermenhölzer mit starkem Teredo-Befall, ohne Limonitkruste

 

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