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Bundesland Mecklenburg-VorpommernFossile Hölzer sind im nordöstlichsten Bundesland nicht auf primären Lagerstätten, sondern immer als seltene Lokalgeschiebe zu finden. Fundchancen bestehen in den zahlreichen Kiesgruben, an Küstenkliffs und seltener auf landwirtschaftlichen Flächen. Zeitlich stammen die Funde aus der Unterkreide (Alb), dem Paläogen (Eozän, Oberoligozän) und dem Neogen (Miozän).
Unterkretazische Hölzer aus der Region um WolgastFunde fossiler Hölzer, die zeitlich in die obere Unterkreide (Alb) zu stellen sind, sind aus Vorpommern, aus der Region um Wolgast (Kiesgrube an der B111, ca. 2 km südwestlich von Wolgast; Kiesgrube Hohendorf; Kiesgrube Zemitz) bekannt.
In dunkelbraunen, glaukonitischen Phosphorit-Sandsteinknollen können selten hellbraune Holzreste gefunden werden. Diese Holzreste zeigen häufig Teredo-Befall, was als Anzeichen dafür zu sehen ist, dass es sich um marine Treibhölzer handelt. In den Sandsteinknollen lassen sich darüber hinaus gelegentlich Ammoniten (Acanthohoplites hannoverensis) finden, deren Kammern meist hohl sind.
Am Küstenkliff nahe Lubmin fand ein lokaler Sammler vor einigen Jahren ein kantengerundetes, dunkelgraues bis schwarzes Stück silifizierter Luftwurzeln, deren mikroskopische Details Ähnlichkeiten zum unterkretazischen Farn Tempskya aufweist.
Einzelfund aus der Kiesgrube Groß Roge bei TeterowVor einigen Jahren erhielt ich von einem lokalen Sammler ein etwa 25 cm langes Segment eines hellbraunen, vollständigen Gymnospermenquerschnittes von 16 cm Durchmesser, das dieser nach eigenen Angaben Anfang der 1990er Jahre in der Kiesgrube Groß Roge fand. Dieses Holzfossil in silifizierter Erhaltung besitzt als Besonderheit Insektenfraßgänge von 1-1,2 mm Durchmesser auf der Oberfläche der Achse. Die stratigrafische Einordnung dieses Einzelfundes ist spekulativ, da weiteres Fossilien fehlen.
Einzelfund aus der Kiesgrube Müssentin bei JarmenEin befreundeter Sammler zeigte mir kürzlich ein dunkelgraues, etwa 15 cm langes Segment eines fossilen Holzes in phosphoritisch-pyritischer Erhaltung, das er nach eigenen Angaben in der Kiesgrube Müssentin bei Jarmen/Landkreis Ostvorpommern fand. Das Stück von 8 cm Durchmesser zeigt sehr gut erhaltene Details des großporigen Gewebes, das überwiegend mit Pyrit mineralisiert ist. Ein 20 mm großer Hohlraum ist mit Pyritkristallrasen ausgekleidet. Zuwachszonen sind sehr undeutlich ausgeprägt. Es handelt sich um ein subtropisch/tropisches, dicotyles Holz. Die stratigrafische Einordnung dieses Einzelfundes ist spekulativ, da wiederrum vergleichende Fossilien fehlen.
Fossile Hölzer aus eozänen Zementsteinen der Greifswalder OieAus eozänen Zementsteinen der Greifswalder Oie (Insel im Greifswalder Bodden), die Äquivalente der Molerformation in Nordjütland (Dänemark) darstellen, beschreibt Schuster (1911) fossiles Holz von Platanoxylon cohenii, das nach Süss (1980) das älteste bis dato sicher bestimmte Platanenholz darstellt. Knaust & Süss (1992) beschreiben Neufunde fossiler Hölzer der jüngeren Vergangenheit, so z.B. ein kleinporiges Laubholz und eine Palmenart.
Paläogene Hölzer in Südwest-MecklenburgIm südwestlichen Mecklenburg lassen sich im Verbreitungsgebiet des so genannten Sternberger Gesteins ("Sternberger Kuchen") fossile Hölzer finden. Zeitlich sind das Sternberger Gestein wie die fossilen Hölzer in das Oberoligozän, speziell in das Chatt (Alter 23 bis 29 Millionen Jahre) zu stellen.
Unter Sternberger Gestein wird ein sandiger, häufig sehr eisenreicher Sandstein verstanden, der im frischen Zustand kalkhaltig und grau und in verwittertem Zustand auf Feldern oder in Kiesgruben weitgehend entkalkt in typischen Brauntönen gefunden werden kann. Die braune Farbe erinnert ein wenig an Sandkuchen, weshalb das Gestein im Volksmund den Namen "Sternberger Kuchen" trägt. Viele Fundstücke enthalten sehr zahlreiche Reste einer umfangreichen, marinen Fauna. Die Entstehung des Sternberger Gesteins wird als marines Brandungskonglomerat gedeutet. In den Kiesgruben Weitendorf, Pinnow und Kobrow im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist dieses fossilreiche Lokalgeschiebe recht häufig. Fundhöffige Horizonte sind sehr leicht an ihrer dunkelbraunen Farbe zu erkennen.
Fossile Hölzer als SeltenheitenFossile Hölzer kommen in den gleichen Fundhorizonten, wie das fossilführende Sternberger Gestein, jedoch wesentlich seltener vor. Die fossilen Hölzer in Karbonaterhaltung weisen stets hellbraune Farben auf. Sehr typisch sind Bohr- oder Fraßgänge. Es liegt also die Vermutung nahe, dass es sich um Treibhölzer mit einer längeren Verweildauer in Meerwasser handelt. Überwiegend werden Gymnospermenhölzer, sehr selten Angiospermenhölzer gefunden.
Eine sehr umfangreiche und sehenswerte Sammlung von Fundstücken u.a. aus der Region Sternberg befindet sich in der Ausstellung des Geologischen Museums Raben Steinfeld bei Schwerin (Link: www.geologisches-museum.de).
Paläogene Hölzer aus der Tongrube Friedland/MecklenburgUnter Anderem aus der ehemaligen Tongrube Salow bei Friedland im Landkreis Mecklenburg-Strelitz (im Osten von Mecklenburg-Vorpommern), in der bis 1990 mariner Ton des Unter-Eozän abgebaut wurde, sind Funde von fossilen Hölzern in Phosphorit-Erhaltung bekannt. Von zur Mühlen & Udluft (1929) beschreiben fossile Hölzer von Cupressinoxylon sp. aus Gruben der Friedländer Scholle. Der überwiegende Teil der Stücke enthält Pyrit und selten Markasit, der die Fundstücke innerhalb weniger Jahre zerfallen ließ.
Typisch für die meist dunkelgrauen bis braungrauen fossilen Gymnospermenhölzer ist wiederum der starke Bohrmuschel-Befall. Die Bohrgänge erreichen bis zu 12 mm Durchmesser und sind mit hellbraunem Ton gefüllt.
Von den Sammlern sehr geschätzt waren die Phosphorit-Pyrit-Konkretionen, die geschnitten und poliert optisch attraktive Stücke hergeben. Die Genese der Konkretionen, ihre Mineralogie und ihr Fossilinhalt wird ausführlich in Herrig & Ullrich (2006) diskutiert.
LiteraturHerrig, E. & Ullrich, B. (2006): Die Konkretionen aus dem Untereozän-Ton von Friedland (Mecklenburg-Vorpommern/Nordostdeutschland) – Ichnofossilien und Genese der Phosphorit-Konkretionen. - Neubrandenburger Geol. Beitr. 6: 26 - 57. Knaust, D. & Süss, H. (1992): Neue Pflanzenfunde aus dem Moler (Paläogen) der Greifswalder Oie (Ostsee, Norddeutschland). – Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität Berlin, Mathematisch-naturwissenschaftliche Reihe 41 (1): 107-111; Berlin. Schuster, J. (1911): Paleocäne Rebe von der Greifswalder Oie. Ber. dt. bot. Ges., 29: 540-544; Berlin. Süss, H. (1980): Ein Platanenholz aus dem Untereozän der Greifswalder Oie, Platanoxylon cohenii (Schuster) comb. nov. – Schr. R. geol. Wiss., 16: 401-416; Berlin. Von zur Mühlen, L. & Udluft, H. (1929): Eocäne und mitteloligocäne Tone in Vorpommern und Ostmecklenburg. - Jb. Preuss. geol. L.-A. L: 371-395; Berlin.
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